Steinbrener/Dempf & Huber

Steinbrener/Dempf & Huber ist ein Künstlerkollektiv, bestehend aus dem Bildhauer Christoph Steinbrener, dem Fotografen und Grafiker Rainer Dempf und dem Architekten Martin Huber. Ihre Arbeiten im öffentlichen Raum sorgten wiederholt für großes Aufsehen.

Steinbrener/Dempf & Huber thematisieren in ihren Werken die Kommerzialisierung des urbanen Raums, das Verhältnis von Zivilisation und Natur, sowie andere gesellschaftliche Sachverhalte. Es ist kein Zufall, dass die Arbeit des Künstlertrios an den minutiös geplanten Projekten für den öffentlichen Raum einer Regiearbeit ähnelt, sind doch bei vielen Interventionen Filmkulissenbauer beteiligt, die sonst für große amerikanische Produktionen tätig sind.

Seit einigen Jahren betreiben Steinbrener/Dempf & Huber zudem in den Schaufenstern ihres Gassenlokal-Studios im 2. Wiener Gemeindebezirk die Wandzeitung.

Öffentliche Projekte und Ausstellungen

 2005 wurden im Rahmen des Gründungs-Projektes Delete! in der Wiener Neubaugasse alle kommerziellen Zeichen wie Geschäftsschilder oder Werbeplakate gelb verhüllt. Die dann folgende Projektserie Copy/Paste ging den umgekehrten Weg: Werbung, Firmenlogos und PR-Affichen wurden hier ausdrücklich sichtbar gemacht, aber kontextuell verschoben und beabsichtigt falsch platziert, beispielsweise 2007 bei einem scheinbaren Umbau der Linzer Ursulinenkirche zu einer Starbucks-Filiale (Pass the Buck). 2008 ließ Jesuitenkosmos Andrea Pozzos Deckengemälde in der Wiener Jesuitenkirche unter einer aktuellen und säkularen Himmelskonstruktion verschwinden. Die Methode des Deplatzierens führte zur 2009 realisierten Ausstellung Trouble in Paradise im Wiener Tiergarten Schönbrunn, bei der Steinbrener/Dempf & Huber Fremdkörper (Autos, Giftmüll-Fässer, Eisenbahnschienen) in den Tiergehegen installierten und damit die Konfrontation von Natur und Zivilisation thematisierten.

Die im Juni 2012 eröffnete Ausstellung Freeze! im Naturhistorischen Museum Wien war der Versuch, den romantisierenden Blick der Tierdarstellung gegen einen realistischen Blick im Bezug auf die heutige Verhältnisse wachsender Zivilisation auszutauschen. Dabei revitalisierten Steinbrener/Dempf & Huber ein altes naturwissenschaftliches Schauinstrument, das Diorama. In Zusammenarbeit mit den Tierpräparatoren des Museums zeigten sie Momentaufnahmen von Wildtieren in urbaner Umgebung, die man sonst nur aus Internet-Videos oder exotischen Reiseberichten kennt.

2014/15 brachten die Künstler in der Wiener Jesuitenkirche mit dem Projekt To Be in Limbo einen gigantischen Felsen zum Schweben und visualisierten damit die bedrohlichen Aspekte von Religion. Diese Installation wurde anschließend in Hamburg in der St. Katharinenkirche gezeigt.

2015 applizierten das Künstlerkollektiv auf dem Kopf des 43 Meter hohen Bismarckdenkmals in Hamburg einen Steinbock und thematisierten damit den wiederaufkommenden deutschen Nationalismus – Titel der Arbeit: Capricorn Two.

2016 eröffneten das Wiener Künstlerkollektiv nahezu zeitgleich die zwei weithin sichtbaren „Kommentare“ zur Architektur ihrer Stadt, die Skulpturen Sign of the Times (an der Fassade des Hotel InterContinental) und Lunch Atop (auf dem Dach eines Wiener Hochhauses).

Studioarbeiten

Steinbrener/Dempf & Huber haben in den letzten Jahren Serien von großformatigen Fotografien hergestellt. Zum einen handelt es sich dabei um Abbildungen von Dioramen, die in Zusammenarbeit mit den Präparatoren des Naturhistorischen Museums im Studio von Steinbrener/Dempf & Huber entstanden sind. Zum anderen um sorgfältig arrangierte Stillleben mit Tieren, die dem klassischen flämischen Vorbild des 17. Jahrhunderts folgen, sowie sogenannte Tierstücke, die sich ausschließlich auf die figurale Darstellung von präparierten Tieren konzentrieren und durch inszenierte Gesten und Haltungen zoologisch Unvereinbares vereinen.

Zudem entwickelten sie ihre sogenannten Miniaturdioramen, die auch als dreidimensionale Skizzen funktionieren.