#12: Klaus Staeck

Wandzeitung #12, Dezember 2012

Klaus Staeck

Grafiker, Fotomonteur

Seit Anfang der 1970er Jahre ist Klaus Staeck als Grafiker im Bereich der Politsatire in der Tradition John Heartfields tätig. Sein Hauptwerk umfasst bislang rund 300 Plakate, die größtenteils aus Fotomontagen bestehen, die er mit eigenen ironischen – manchmal sarkastischen – Texten versieht.

Seine satirischen Plakate und die von ihm vertriebenen Postkarten-Ausgaben richteten sich häufig gegen Inhalte der Politik von CDU/CSU und provozierte immer wieder Politiker in konservativen Kreisen. Dadurch kam es des Öfteren zu Eklats und juristischen Streitigkeiten, was ihm allerdings durchaus entgegenkam, da dies seine Bekanntheit nicht unwesentlich förderte.

Zur Bundestagswahl 1972 wurde sein ironisches politisches Plakat Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen veröffentlicht. Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren waren seine Grafiken so populär, dass er von den Erlösen des Postkarten-Vertriebs leben konnte. Trotz seiner Mitgliedschaft in der SPD legt er Wert darauf, nie Parteigrafiker gewesen zu sein und keine Auftragsarbeit für die SPD gemacht zu haben.

1971 verfasste er zusammen mit Beuys und Erwin Heerich einen Aufruf gegen die Exklusivität des Kölner Kunstmarktes und führte seine erste Plakat-Aktion zum Dürerjahr in Nürnberg mit seinem Plakat Würden Sie dieser Frau ein Zimmer vermieten? durch, wobei er für das Plakat Albrecht Dürers Kohlezeichnung Dürers Mutter aus dem Jahre 1514 verwendete.

Klaus Staeck war Teilnehmer der documenta 5 in Kassel im Jahr 1972 in der Abteilung Parallele Bildwelten: politische Propaganda. (Er war auch auf der documenta 6 (1977), der documenta 7 (1982) und der documenta 8 im Jahr 1987 als Künstler vertreten.)

2006 wurde Staeck auf der Mitgliederversammlung der Berliner Akademie der Künste unerwartet zu deren Präsidenten gewählt und 2009 wiederbestellt. Im Rahmen der Kandidatur hatte er ein «tatkräftiges Einmischen» der Künstler «auch in den kommenden gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen» angekündigt.